Jahreslosung

„Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“[1]

Auch für das Jahr 2016 hat die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) wieder eine Jahreslosung bestimmt. Als ich sie zum ersten Mal gehört habe, konnte ich mit diesem Vers aus der Bibel nicht direkt etwas anfangen. Aufgrund meines Homiletik- Seminars fing ich an, mir Gedanken darüber zu machen. Zunächst wurde mir klar, dass jeder Mensch Trost braucht – Egal welchen Alters, welchen Geschlechts, welcher gesellschaftlicher Schicht oder auch Religion; jeder Mensch hat seine schwierigen Seiten im Leben und seine Traurigen. Aber was macht man in solch einer Situation? Frisst man die Emotionen in sich hinein und erzählt es keinem? Tut so als ob nichts wäre, oder verbreitet nur schlechte Laune? Erzählt man es Freunden? Oder vielleicht jemandem aus der Familie? ‚ Ich persönlich bin eher ein Fall der ersten Sorte, sage nichts und versuche den Kampf mit mir selbst zu kämpfen. Keine Ahnung, wie das bei anderen ist, aber ich habe mich gefragt wie viele Menschen wohl wirklich zu seiner/ihrer Mutter gehen. Es sind doch eher wenige meine ich. Was bedeutet es also für uns wie von einer Mutter getröstet zu werden? Eine Mutter kennt uns ein Leben lang. Sie kennt die guten und die schlechten Tage. Sie weiß wenn irgendetwas nicht stimmt, auch wenn wir nicht darüber reden. Sie weiß wie wir ticken und was wir brauchen, damit wir aus eigener Kraft aus diesen schlechten Momenten wieder herauskommen. Sie hat die richtigen Worte und wir können uns geborgen fühlen. Ich denke, dass nicht jeder diese Erfahrung mit seiner Mutter gemacht hat. Und dass es viele gibt, die mit diesem Vergleich nichts anfangen können. Das ist nicht ganz leicht, wenn es in der Bibel diese Bilder gibt, die auf ein Ideal zugespitzt sind. Aber eines ist bei allen gleich, ob man möchte oder nicht, mit seiner Mutter steht man in Beziehung, auch wenn man sich gegen diese entschieden hat. Auch wenn es keinen Kontakt mehr gibt (aus den verschiedensten Gründen) so bleibt meiner Meinung nach ein unsichtbares Band, das nicht zu trennen ist. Und so ist es bei Gott auch! Denn Du bist Gott wichtig und er möchte, dass es Dir gut geht und er tröstet Dich, wenn Du traurig bist. Die Jahreslosung ist ein Versprechen von Gott an uns und es tut gut zu wissen, dass wir in schlechten Momenten jemanden an unserer Seite haben.

[1] Jes. 66, 13

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.