Festplattenformatierung

Manchmal frage ich mich, wie ich einen Neustart nutzen würde.
Wenn man einfach mal die Möglichkeit kriegt, sein ganzes Leben von vorne zu leben – von der Geburt bis ins Jetzt hinein.
Natürlich gibt es viele Situationen, die mir im Nachhinein immer unangenehm waren, vor allem jene, in denen ich mich wie ein Idiot verhalten habe.
Mit der Chance, alle Geschehnisse nochmal komplett neu zu bestimmen, wäre bestimmt vieles viel einfacher geworden. Oder nicht?
Eine Handlung so häufig zu wiederholen, dass das Ergebnis optimiert ist.. Wäre das moralisch richtig?
Hat ja ein bisschen was von Cheating in Computerspielen.
Und mein Gegenüber wird dadurch auch irgendwie von mir programmiert.

IMG_1074In der Bibel findet man allerdings so einen „Hard Reset“, den Gott an der Menschheit vollführt hat – in dem er alles auf Null gesetzt hat, nochmal komplett von vorne angefangen hat: Die Sintflut.

Man muss sich das mal vorstellen: Gott, der seine Kinder liebt, ist letzten Endes aber so von ihnen genervt, dass er den einzigen Ausweg darin sieht, einmal „die komplette Festplatte zu löschen“.
Natürlich mit der Möglichkeit auf einen Neuanfang, und im Nachhinein hat er es auch sehr bereut, aber trotzdem wurde alles, was nicht auf der Arche war, komplett überflutet.

Und ein paar tausend Jahre später stellen wir uns die Frage, ob wir ebenfalls so einen Neustart wollen, um persönliche Fehler auszubügeln?
Ich sehe die Sintflut eher als Gottes letzten Ausweg, bevor er sich weinend in seinen Sessel setzt, weil die Menschen ihn enttäuscht haben, und nicht als Mittel zum Zweck der persönlichen Fehlerausmerzung.

Es gilt, das neue Leben, das Gott der Menschheit durch die Flut geschenkt hat, sinnvoll zu nutzen.
Gott hat uns alle auserwählt!

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